Gaslaternen erhalten | Initiative Düsseldorfer Gaslicht

    Nach der Bürgerbeteiligung:

    Bürger sollen ihren Willen noch einmal schriftlich äußern

    Die Stadtverwaltung hätte es gerne noch einmal schriftlich. Bis Freitag, 9. Dezember 2016, können beim Amt für Verkehrsmanagement Wünsche geäußert werden, in welchen Straßen und Vierteln die Gaslaternen erhalten bleiben soll. Das ist zwar ein fragwürdiges Verfahren, aber dennoch sollten sich so viele Bürger wie möglich daran beteiligen.
    Stadtweit: Melden Sie Ihre Straße an
    Wir haben ein Formular bereitgestellt, mit dem Sie den Wunsch, das Gaslicht in Ihrer Straße zu erhalten, beim Amt für Verkehrsmanagement anmelden können.

    Download oder Online ausfüllen

    Stadtbezirk 2:
    Flingern und Düsseltal

    Die Umfrage im Stadtbezirk 2 ist jetzt abgeschlossen. Alleine Online sind knapp 1.000 Antworten eingegangen. Mindestens die gleiche Anzahl hat uns auf Papier, per Fax oder E-Mail erreicht. Da zählen wir noch. Die Ergebnisse werden wir am Freitag, 9. Dezember 2016, der Stadtverwaltung übergeben.

    Stadtbezirk 7:
    Gerresheim, Grafenberg und Ludenberg

    Unser Aufruf wird unterstützt vom Bürger- und Heimatverein Gerresheim, dem Bürger-Verein Grafenberg sowie den Fraktionen Bündnis90/Die Grünen, CDU, Die Linke und FDP in der Bezirksvertretung.
    Zum Formular geht es hier.
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    Hier stehen Gaslaternen

    Wo es in Düsseldorf Gaslaternen gibt, kann auf der interaktiven Karte im Geoportal der Stadt Düsseldorf nachgesehen werden. Leider ist es für Laien ausgesprochen schwer zu erkennen, wo die Stadtverwaltung den Erhalt der Gasbeleuchtung vorsieht. Es handelt sich dabei ausschließlich um Gebiete mit Denkmalbereichs- und Erhaltungssatzungen. In der Karte sind diese nur an der Farbe zu erkennen und können nicht einzeln eingeblendet werden.
    Auf der Karte von RP-Online sind diese Bereiche zwar besser zu erkennen, aber die Karte insgesamt kann nur in einem kleinen Ausschnitt angesehen werden.

    Was Sie über Gaslaternen wissen sollten

    Es gibt eine ganze Reihe von Argumenten, die in der Diskussion über die Gaslaternen immer wieder auftauchen. Hier finden Sie Antworten auf einige der häufigsten Fragen.
    • Gepflegte und regelmäßig gewartete Gaslaternen sind hell genug. Dunkelheit hat meist andere Ursachen.
      Gaslaternen stehen in erster Linie in ruhigen Wohnstraßen. Sind sie gut gewartet, geben Sie auch genug angenehmes Licht, um sich orientieren zu können. Unbestritten gibt es in unserer Stadt auch „dunkle Ecken”, in denen mehr Licht erforderlich wäre. Dafür gibt es in der Regel aber ganz andere Gründe als die Gasbeleuchtung. Stehen Leuchten nur auf einer Straßenseite, wird die andere auch dann nicht heller, wenn dort die Beleuchtung umgebaut wird. Sind die Leuchtenköpfe in Baumkronen, können sie so hell sein, wie sie wollen, auf der Straße wird nichts ankommen. Hier muss genau hingeschaut werden. Oft lässt sich mit relativ geringem Aufwand die Situation verbessern, ohne dass gleich aufwendig die ganze Beleuchtung ausgetauscht werden muss.

      Die von der Stadtverwaltung immer wieder als Begründung für den vermeintlich notwendigen Ersatz der Gasbeleuchtung zitierte DIN EN 13201 ist keine zwingende Vorschrift, sondern lediglich eine Empfehlung. Auch hat es in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland keinen einzigen Fall gegeben, bei dem eine Kommune wegen mangelnder öffentlicher Beleuchtung haftbar gemacht worden wäre.
    • Der Ersatz der Gaslaternen kostet viel Geld und amortisiert sich erst in ferner Zukunft – wenn überhaupt.
      Die Stadtverwaltung spricht von einem Aufwand zwischen 4.000 und 6.000 Euro für den Austausch einer Laterne. Bei bereits abgerechneten Projekten lagen die Kosten zwischen 10.000 und 12.000 Euro pro Leuchte. Es müssen also zwischen 40 und 120 Millionen Euro für den geplanten Ersatz von 10.000 Gaslaternen aufgewendet werden.

      Die laufenden Betriebskosten sinken aber pro Jahr gerade einmal um 280 Euro je Leuchte, also insgesamt um 2,8 Millionen Euro. Selbst wenn nur ein niedriger Zinssatz eingerechnet wird, amortisiert sich das Ganze frühestens nach über 30 Jahren. Dabei ist noch nicht berücksichtigt, dass die Gaspreise tendenziell sinken während Stromkosten stark nach oben gehen.

      Hier geht es zu einer Musterkalkulation. Außerdem dazu die Presseerklärung des Bundes der Steuerzahler.
    • Vor allem die Anlieger müssen für neue Elektrolaternen zahlen – in der Regel 50 Prozent der Kosten.
      Auch wenn die Anlieger es nicht wollen, gilt die Erneuerung der Straßenbeleuchtung rechtlich als eine Verbesserung von öffentlichen Straßen. Dafür muss die Stadt Düsseldorf nach dem Kommunalabgabengesetz von den Eigentümern Straßenbaubeiträge erheben. In Anlieger-/Wohnstraßen sind das 50 Prozent der anfallenden Kosten. Die meisten Straßen mit Gaslaternen fallen in diese Kategorie.

      Der Stadtrat hat mit seinem Beschluss vom 10.12.2015 die Verwaltung aufgefordert, nach Wegen zu suchen, die Anliegerbeiträge zum Beispiel durch eine Contracting-Lösung zu vermeiden. Die Stadtverwaltung hat dafür allerdings bisher noch keinen Modell vorgelegt.

      Es dürfte auch schwer fallen, einen Partner dafür zu finden. Beim Contracting muss schließlich der Anbieter die notwendigen Investitionen aus den dadurch erzielten Einsparungen finanzieren. Unsere Musterkalkulation spricht da eine deutliche Sprache.

      Hier geht es zu den Rechtsgundlagen:
      §8 des Kommunalabgabengesetzes des Landes NRW
      Satzung über Beiträge für straßenbauliche Maßnahmen der Landeshauptstadt Düsseldorf
    • Technisch und rechtlich ist der Betrieb der Gaslaternen kein Problem. Das sagen die Stadtwerke Düsseldorf.
      Die Stadtwerke Düsseldorf AG werden Anfang 2017 alle notwendigen Zertifikate haben, um Gaslaternen rechtssicher herzustellen und zu betreiben. Es gibt sowohl in Deutschland als auch in Europa Hersteller für die benötigten Ersatzteile. Je mehr Gaslaternen noch in Betrieb sind, umso einfacher und kostengünstiger wird die Beschaffung von Ersatzteilen. Weitere Informationen sind in dieser Präsentation der Stadtwerke zu finden.
    • Gaslaternen lassen sich nicht einfach auf LED-Beleuchtung umbauen. Sie werden abgerissen und ersetzt.
      Es ist überhaupt nicht sinnvoll und im Grunde unmöglich, die traditionellen Formen von Lampen und Masten auf LED-Betrieb umzurüsten. Eine Gaslaterne ist ein ausgereiftes technisches System, bei dem nicht einfach ein Element ausgetauscht werden kann. Zahlreiche Komponenten müssen geändert oder gleich neu konstruiert werden.

      Deshalb werden in der Praxis auch keine Leuchten umgebaut. Es werden vielmehr ähnlich aussehende Nachbauten oder dann aus Kostengründen gleich moderne Leuchten aufgestellt.

      Dabei geht dann ein entscheidender Vorteil der Gasleuchten verloren: ihre Langlebigkeit. Sie stehen zum Teil seit über 100 Jahren. Das verwendete Metall ist vor Rost geschützt. In gasgefüllten Masten ist kein Sauerstoff, der zu Korrosion führen könnte, in den Köpfen verdampft allabendlich eventuelle Feuchtigkeit.
    • Die Abschaffung der Gaslaternen bringt so gut wie keine Entlastung bei der CO₂-Bilanz. Das sagt selbst der B.U.N.D.
      Für 2012 wurde in Düsseldorf ein Kohlendioxidausstoß in Höhe von insgesamt 4,84 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausgewiesen (Mitteilung des Umweltamtes vom 19.3.2015).
      Die Gaslaternen haben mit 18.000 Tonnen daran einen Anteil von 0,27 Prozent.
      Um diese 0,27 Prozent einzusparen, wäre jedoch ein Aufwand von rund 100 bis 150 Millionen Euro erforderlich. Würde dieses Geld zum Beispiel in den Bau von Windkraftanlagen investiert, ließen sich rund 2,8 Millionen Tonnen CO₂ einsparen, also mehr als das 200fache.
      Darauf hat selbst der B.U.N.D in einer Presseerklärung hingewiesen.
    • Bei einem Unfall ist eine Gaslaterne ungefährlicher als eine Elektroleuchte. Es gibt keine Explosionsgefahr.
      Wird eine Gaslaterne bei einem Verkehrsunfall beschädigt, kann Gas austreten. Da Erdgas leichter ist als Luft, steigt es auf und wird von der Luft schnell verdünnt. Ein zündfähiges Gemisch entsteht erst gar nicht. Aus Düsseldorf ist kein einziger Fall bekannt, bei dem es nach einem Verkehrsunfall mit einer Gaslaterne zu einem Brand oder gar einer Explosion gekommen wäre. Das nur fingerdicke Zuleitungsrohr lässt sich unproblematisch vom Störungsdienst der Stadtwerke wieder verschließen.

      Wird eine Elektroleuchte umgefahren, kann es jedoch passieren, dass spannungsführende Teile freigelegt werden oder sogar der umgeknickte Mast unter Spannung steht. Das bedeutet unmittelbare Lebensgefahr für jeden, der damit in Berührung kommt.
    • Gaslaternen leuchten auch dann, wenn der Strom einmal ausfallen sollte. Mehr Sicherheit geht nicht.
      Alle Fachleute sind sich einig, dass die Gefahr großflächiger Stromausfälle steigt. Sei es durch Überlastung der Netze oder durch Hackerangriffe: Städte und Gemeinden müssen sich darauf einrichten, dass die Versorgung nicht mehr so sicher ist, wie in den letzten 50 Jahren. Düsseldorf hat das Glück, ein vom Stromnetz vollkommen unabhängiges System der Straßenbeleuchtung für große Teile der Stadt zu besitzen. Dieses gerade jetzt abzuschaffen, zeugt nicht von Weitsicht.
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    Warum wir für den Erhalt des Gaslichts in Düsseldorf kämpfen


    Düsseldorf gehört zu den wenigen Städten weltweit, in denen es noch ein funktionierendes Gaslaternennetz gibt. Weltweit wird keine Stadt auch nur annähernd so markant vom Schein der Gaslaternen geprägt wie Düsseldorf.

    Es gibt gute Gründe

    Wir setzen uns für den Erhalt der Gasbeleuchtung ein, weil
    • sie ein Kulturgut ist, das stark mit der Industriegeschichte Düsseldorfs verknüpft ist
    • ihr angenehmes Licht unseren Wohnstraßen eine ganz besondere Atmosphäre verleiht
    • ordentlich gewartete Gaslaternen auch ausreichend Licht spenden
    • durch die Umrüstung sehr hohe Kosten entstehen, die unter anderem von den Anliegern zu tragen sind.
    • Investitionen in den Klimaschutz an anderer Stelle erheblich effizienter sind.
    • schließlich die großflächige Gasbeleuchtung ein Alleinstellungsmerkmal unserer an international bedeutsamen Attraktionen nicht gerade reichen Stadt ist.
    Bürger achten auf
    Ihre Gaslaternen!
    Das liebe Geld
    In unseren Reihen gibt es zum Glück Grafiker, Texter und andere Kommunikationsexperten, die viele Medien selber machen können. Manches muss jedoch auch produziert werden und dafür brauchen wir Geld.

    Durch die Zusammenarbeit mit dem Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (RVDL) sind jetzt auch steuerlich absetzbare Spenden möglich.

    Schon fünf Euro helfen weiter, höhere Beträge sind selbstverständlich jederzeit willkommen.
    Überweisungen bitte auf dieses Konto:
    RVDL, IBAN: DE23 3705 0198 0002 2326 50 BIC: COLSDE33
    Kennwort „Düsseldorfer Gasbeleuchtung“

    Bei Spenden bis 200,00 € reicht der Bankbeleg als Nachweis für das Finanzamt. Er muss dann zusammen mit einem Formular eingereicht werden, das hier heruntergeladen werden kann.
    Informationen zum Thema Gaslicht in Düsseldorf gibt es auch hier: