Das Märchen von der „Umrüstung” – jetzt in Eller | Aktuelles zu den Gaslaternen | Initiative Düsseldorfer Gaslicht

Das Märchen von der „Umrüstung” – jetzt in Eller

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Der Abriss der Gaslaternen hat Eller erreicht. Wie immer spricht die Stadt Düsseldorf in ihrer Pressemitteilung von „Umrüstung”. Dieser Text ist – wie ebenfalls inzwischen üblich – von den Lokalmedien weitgehend übernommen worden.

Dass die Floskel „unter Erhalt der äußeren Form” bedeutet, dass von den Gaslaternen kaum noch ein Teil übrig bleibt, konnten die Anwohner direkt und unmittelbar erleben. Unter anderem wurden die denkmalgeschützten Masten mit der Flex zerlegt und dann entsorgt (siehe Foto).

Dietmar Erlebach, der an einer der betroffenen Straßen wohnt, hat dem EXPRESS dazu den folgenden Kommentar geschickt:

Mit dem Artikel "Mehr Gaslaternen werden umgerüstet" wird die Kommunikation der Stadt kritiklos übernommen. Die Verwendung von Begriffen wie "Umrüstung" und "Modernisierung" verschleiert die Tatsache, dass das Denkmal zerstört wird.

Passend dazu suggeriert das Foto im EXPRESS vom 13.02.2026 eine Leichtigkeit der „Umrüstung”, die an routinemäßige Wartungsarbeiten am Laternen-Kopf erinnert. Im Kontrast dazu ist meine Erfahrung mit der „Erneuerung” vor meiner Haustür in Eller/Am Straußenkreuz eine völlig andere (siehe beigefügte Fotos, von mir aufgenommen). Es bestätigt sich die Formel „Umrüstung = Abriss”. Im Schritt 1 der "Umrüstung" erfolgt die komplette Demontage der Gaslaternen und damit die Zerstörung der denkmalgeschützten Originale, die transportgerecht zerstückelt werden und erstmal im Dreck liegen. Ein unfassbarer Vorgang, der bei anderen Denkmälern undenkbar und skandalös wäre.

Die Stilllegung der Gasanschlüsse und Installation der neuen E-Anschlüsse ist mit tiefen Baugruben und aufgerissenen Gehwegen verbunden, einhergehend mit wochenlangen Behinderungen. Mit der Erzählung von der Rekonstruktion der äußeren Form wird das Kulturgut nicht erhalten, denn eine Kopie ist nunmal nicht das Original. Schon gar nicht nachts, wenn wir statt des besonderen Flairs des Gaslichts nun mit greller LED-Strahlung zwangsbeglückt werden.

Alles in allem schwer in Einklang zu bringen mit den Versprechen der Stadt und den damit verbundenen Erwartungen (Vgl. PM der Stadt vom 14.12.2023, wo von der "sensiblen Umrüstung und Wahrung der Originalteile" die Rede ist). Im Zuge dieser Ratsentscheidung 2023 wurde die Aufhebung des Denkmalschutzes übrigens zunächst komplett ausgeblendet. Es verbietet sich grundsätzlich, ein Denkmal ausschließlich unter dem Gesichtspunkt Effizienz zu bewerten.

Ich würde es sehr begrüßen, wenn der EXPRESS auch 2026 den Düsseldorfer Gaslaternen-Streit intensiv weiter begleitet. Auch unter dem Gesichtspunkt knapper Kassen und der Frage, was der Spaß am Ende genau kostet.



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Die Lichtstimmung ist eine komplett andere als bei der anheimelnden Gasbeleuchtung. Das ist selbst auf dem offiziellen Pressefoto der Stadtverwaltung deutlich zu erkennen. Foto: Amt für Verkehrsmanagement

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